Nun bin ich schon einen Tag bei meiner Gastfamilie!
Am Freitag, den 23. August, sollten die Gastfamilien im
State House Girl High School ankommen, da es für sie auch ein Seminar gab. Ich
hatte gedacht, dass bestimmt mein Gastvater kommt, da er sowieso in Nairobi
arbeitet & nur am Wochenende zu Hause ist. Naja, falsch gedacht :D Wir
waren alle schon total aufgeregt und konnten beim Frühstück gar nichts essen.. da kamen dann auch schon die ersten
Familienmitglieder und haben ihre neuen ‚Kinder‘ begrüßt. Wir hatten dann zum
letzten Mal Kisuaheli Unterricht, was nicht sehr viel Sinn gemacht hat, da wir
alle nur über die bereits anwesenden Gastfamilien gesprochen hatten..
Kurz vor dem Mittagessen hat mich dann eine Frau begrüßt,
bei der ich dachte, dass sie meine Gastmutter Emily ist .. – falsch gedacht :D
Es war Jane von meinem Projekt Cherish Foundation. Sie hat mich gleich herzlich
umarmt und dann haben wir uns beim Mittagessen ein wenig unterhalten. Es
stellte sich heraus, dass meine Gastmutter nicht kommen konnte.. deshalb ist
sie dafür gekommen.
Wir Freiwilligen haben dann das Abendessen mitvorbereitet,
es gab dann aus jedem Land eine Spezialität. Wir Deutschen haben zum Beispiel
Kartoffelsalat, Fleischbällchen und Pudding gemacht. Es gab aber auch noch
andere leckere Sachen, wie zum Beispiel Hamburger aus den USA! :D Wir haben
Abends dann alle richtig schön reingehauen, mit dem Gedanken, dass es demnächst
ein ganzes Jahr nur noch Ugali geben wird! .. :P
Die Vertreter der Gastfamilien oder Projekte haben dann die
Nacht auch in Nairobi verbracht, um dann mit uns gemeinsam am nächsten Morgen
nach ‚Hause‘ zu fahren!
Ich bin um 6 Uhr aufgestanden, damit ich um 7 Uhr fertig
bin. Mal wieder hab ich gewartet, bis ein Auto mich mitnimmt bis zu dem Ort, wo
die Gastfamilien/Projekte geschlafen haben. Um 8 Uhr sollte ich da sein, war
dann aber um 9 Uhr dort… obwohl es nur 5 Minuten entfernt war ;) Zu Fuß wäre ich schneller gewesen, sogar
mit dickem Koffer und Rucksack! :P
Jane & Ich wurde dann zu einer ‚Bushaltestelle‘
gebracht, wo wir dann ein Ticket gekauft haben für die Nummer 10 nach Nakuru.
Als wir dort standen, war noch nicht mal Nummer 1 da. Naja, nach drei Stunden
und einer Tasse Chai später, ging es dann auch endlich los nach Nakuru. Die
Nummer 10 war es dann doch nicht, die wurde uns vor der Nase weggeschnappt. :P Haben
dann irgendein anderes Matatu genommen, wo der Preis viel billiger gewesen wäre..
Blöd gelaufen!
Die Fahrt nach Nakuru war echt schön. Wir haben ungefähr
drei Stunden gebraucht, man kann es auch in 2 schaffen oder in 4 Stunden :P ..
auf dem Weg dorthin war eine echt wunderschöne Landschaft. Ich habe viele
Zebras gesehen und Büffelherden und und und .. trotz der schönen Aussicht bin ich
auch kurz mal eingenickt. Somit verging die Zeit auch total schnell .. Kurz vor
Nakuru, habe ich dann auch schon den Lake Nakuru gesehen, als wir gerade einen
Berg runtergefahren sind. War echt cool. Bin schon gespannt, wann ich das erste
Mal dort sein werde..
Jane hat zwischen durch immer mit meiner Gastmutter
telefoniert, die irgendwie immer noch keine Zeit hatte mich abzuholen. Sie
hatte irgendwie Unterricht bis um 5 Uhr und ihre Lehrerin ließ sie nicht gehen
..
Wir sind in Nairobi um 12 losgefahren und kamen ungefähr um
15 Uhr an. Ich bin dann also erst mal mit meinem Gepäck zu Jane nach Hause. Wir
sind in so einem Tutut? Oder tutu? .. auf jeden Fall war es ein Motorrad mit
drei Rädern gefahren, ganz schön wackelige Angelegenheit. Bei Jane zu Hause hat
mich ihr kleiner Sohn begrüßt und ihr Son in law :D oder Brother? Ich hab das
nicht ganz verstanden. Er sah noch so jung aus, aber Jane sieht glaube ich
älter aus, als sie wirklich ist, da ihr Sohn so klein ist. Vielleicht ist der
aber auch älter. Keine Ahnung! ;)
Dort habe ich dann mal wieder einen Chai bekommen und etwas
zu Essen. Wir haben dann zusammen kenianische Musik gehört und danach eine DVD
von kenianischen Comedians, die sich immer über die aus Nigeria lustig gemacht
haben ..
Jane ist echt total nett, sie meinte sofort, dass ich nun
zwei neue Mamas habe, sie und Emily, meine Gastmutter. Jane hat mir dann erst
mal wertvolle Tipps geben, in Sachen Heirat usw. :D Ich soll mich ja vor den kenianischen
Männern in Acht nehmen. :D Ebenso soll ich nicht mit zu viel Geld rumlaufen,
aber das waren alles Dinge, die ich vorher auch schon wusste und eigentlich selbstverständlich
sind.
Irgendwann um 19 Uhr oder früher/später.. ich weiß es gar
nicht mehr genau. Hier in Kenia hab ich das Zeitgefühl völlig verloren. Eine
Uhr braucht hier keiner :D
Naja als Emily dann kam, wusste ich erst gar nicht ob sie
nun meine Gastmutter ist oder nicht, sie kam einfach rein und hat mich begrüßt,
hätte ja auch sonst wer sein können. Naja, sie war es dann doch :D Bei einem
Chai haben sie und Jane Geschichten über meine Vorgängerinnen erzählt & mir
gesagt, worauf ich achten soll .. Der Tag war echt anstrengend und all‘ die
neuen Eindrücke und der Fakt, dass ich nun hier in Nakuru für ein Jahr leben
werde haben mich unglaublich müde gemacht. Ich wollte einfach nur ins Bett und
alleine sein. Naja, Emily ist dann mit mir in die Stadt gefahren, um dort ihre
Schwester zu besuchen, die etwas an den Beinen hatte, die haben wir dann danach
auch noch nach Hause gebracht. Ich wusste immer nicht genau, was genau passiert
und dachte schon, als wir bei ihrem Haus waren, dass dies nun mein zukünftiges Zuhause
sein wird. Naja, war‘s dann doch nicht, da wir dann wieder gefahren sind.
DANN sind wir aber endlich bei meinem neuen ‚Zuhause‘
angekommen. Dort haben uns die Nachbarskinder das Tor geöffnet, damit wir mit
dem Auto reinfahren können. Ich hab schon überlegt, wer von denen Kim, meiner
neuer kleiner Bruder ist .. naja, war dann keiner von denen! :D In der Wohnung
angekommen, hab ich erst mal meinen Gastvater Eric begrüßt, danach Kim.. ich
hab mich dann erst mal geduscht und danach habe ich etwas gegessen. Es hat sich
dann heraus gestellt, dass ich mir das Zimmer mit Eric und dem Hausmädchen Caro
teilen werde. In dem Zimmer stehen drei große Betten, mein Koffer passt gerade
so rein .. das wars dann wohl mit der Privatsphäre. Naja, es gibt ja noch eine
Toilette, die kann man aber nicht abschließen. Mist! Sie ist aber total sauber
und man kann sich auf die Kloschüssel setzen. Da hab ich mich gefreut, ebenso
war die Dusche warm. ;)
Naja, überfordert wie ich war bin ich dann ins Bett und habe
bis um halb neun geschlafen. Die anderen waren schon so um sieben Uhr wach oder
so. Gefrühstückt haben wir dann um halb zehn ..
Heute ist Sonntag und das Hausmädchen ist nicht da & der
Vater ist auch irgendwie verschwunden. Vielleicht ist er schon wieder auf dem
Weg nach Nairobi, da morgen bestimmt wieder die Arbeit anfängt. Ich werden erst
am 2. September anfangen zu arbeiten.. momentan ist die Schule noch zu. Naja,
das heißt, dass ich nun eine Woche erst mal hier in Nakuru rumgammeln werde..
Mal sehen wie das wird, wenn Kim in der Schule ist und Emily eventuell auch
arbeiten geht oder wieder Unterricht hat. Dann bin ich wohl alleine ..
Ich werde höchstwahrscheinlich die Kinder der Class 1
unterrichten. Ich hoffe nur Englisch .. eigentlich wollte ich ja gar nicht
unterrichten, aber was soll man machen. Ich hoffe, dass ich auch zu einigen
Hausbesuchen mitkann.. Ich bin schon mal froh, dass Jane so nett ist und ich
somit auch keine Bedenken habe, mich bei Problemen bei ihr zu melden.
Heute habe ich dann auch meine Gastgeschenke überreicht,
mein Gastbruder hat sich sehr über die Süßigkeiten gefreut, ich glaube der
nascht gerne mal, auch wenn die Mama das nicht so will..
Über das Uno Spiel hat er sich auch gefreut, haben es heute
schon tausende Male durchgespielt. Er hat mir auch schon ein bisschen Kisuaheli
beigebracht und mir ein Buch gezeigt, womit ich gut lernen kann … war
eigentlich ganz cool. ;) Aber man merkt, dass ich eine von Vielen bin. Ich weiß
gar nicht wie viele Freiwillige hier schon gelebt haben. Aber für die Familie
ist das ganz normal. Ich bin noch total unsicher, aber ab jetzt bin ich ein
Familienmitglied. Gestern hat mich Emily gefragt, wie lange ich in Kenia
bleiben werde. Da war ich geschockt. Ich hab ihr dann gesagt für ein Jahr. Ob
sie weiß, dass ich so lange hier wohnen werde? :D .. ohjee. Alles ein bisschen
kompliziert!
Der Fernseher läuft hier auch den ganzen Tag, beim Essen,
beim Uno spielen, immer.. ich habe heute bestimmt schon drei Filme gesehen. :D Sonst
gibt’s nichts zu tun..
Ich bin gespannt, wie die Woche wird.. Hoffentlich kann ich
bald mal raus in die Stadt. Ich langweile mich jetzt schon. Ich kann es kaum
abwarten, bis ich ins Projekt kann .. & ich möchte so bald wie möglich
wieder nach Nairobi um mich dort mit den anderen treffen zu können. Jetzt wird
es langsam schwer den Kontakt zu halten.. da Internet nicht überall
funktioniert. Ich muss raus in den Hof, um ins Internet zu können. Mal sehen,
ob das klappt und wann ich diesen Blog Post hochladen kann. Hier im Haus
funktioniert auf jeden Fall schon mal nichts. Vielleicht kann ich im Projekt
besser ins Internet. Muss ich mal sehen, wie ich das organisiere. :D
Organisation ist hier ja ein bisschen anders.. :P
Das nächste Mal melde ich mich, wenn ich im Projekt war!
Also bis Baaald =)
Allerliebste Grüße aus Nakuru!
Eure Fariha!
Liebe Fariha, das hört sich dennoch alles sehr spannend an. Ich wünsche dir weiterhin viele spannende und vor allem so ganz andere Erlebnisse. weißt du, planen und zielgerichtet arbeiten kannst du später noch genügend. ich denke, dort hat alles einen anderen Rhythmus, den man halt erstmal finden muss. :-) liebe Grüße!! UP
AntwortenLöschenHallo Frau Plath! ;) Ist ja schön, dass sie so fleißig meinen Blog verfolgen! Ja, auf jeden Fall kann ich das später noch .. aber ich glaube, wenn ich mich an die kenianische Lebensart gewöhnt habe, dann werde ich zurück in Deutschland erstmal Probleme bekommen, wie z.B. pünktlich sein :D
LöschenLiebe Grüße nach Deutschland! :) Fariha