Montag, 11. August 2014

Abschlussbericht

Ein Jahr voller Ereignisse geht zu Ende…



Mein Leben in Nakuru, für mich die schönste Stadt Kenias, geht nun langsam dem Ende zu. Ich liebe mein Projekt und die Arbeit mit den Kindern, ich genieße jede einzelne Minuten mit ihnen und will mir gar nicht vorstellen, wie mein letzter Tag hier aussehen wird!



Wenn ich auf mein Jahr hier in Kenia zurückblicke, dann bin ich einfach nur so dankbar,
dass ich diese Chance bekommen habe und ich so viel von den Menschen, ihrer Kultur
und Mentalität lernen durfte. Trotz vieler Höhen und Tiefen bereue ich dieses Jahr Kenia
auf keinen Fall und bin froh, diesen Schritt getan zu haben.
Da ich durch meinen Freiwilligendienst ein Jahr lang in einer Grundschule arbeiten durfte,
habe ich viel zum Thema Unterrichten und das Arbeiten mit Kindern gelernt. Durch diese
Erfahrung habe ich gemerkt, dass Unterrichten nicht das ist, was ich in meinem
zukünftigem Berufsleben machen möchte. Die Arbeit jedoch mit den Kindern hat mir
unheimlichen Spaß gemacht. Ich bin für viele wie eine große Schwester und die Kinder
bevorzugen mich meistens den Lehrern und vertrauen mir ihre Probleme an. Ich bin für sie
eine Ansprechperson in jeder Situation geworden und ich konnte in dem Jahr eine ganz
besondere Beziehung zu den Kindern aufbauen.
Trotzdem hatte ich anfangs Probleme Respekt von den Kindern zu bekommen, da sie so
frei und locker mit mir umgingen, als ob ich ein Teil von ihnen bin und sie es ausgenutzt
haben, dass ich sie nicht durch Schläge bestraft habe. Wenn ich dann aber mal wieder in
die Lehrerrolle schlüpfen musste, hatte ich manchmal Probleme die ganze Klasse im Griff
zu halten. Im Großen und Ganzen habe ich dann aber meinen eigenen Weg gefunden mit
den Kindern umzugehen und sie nicht durch Schläge zu disziplinieren. Das haben die
Kinder sehr wertgeschätzt und mir das dann auch durch ihren Respekt mir gegenüber
gezeigt.
In diesem Jahr habe ich persönlich so viel dazu gelernt, wie sonst nirgends anders. Ich bin
viel selbstbewusster, offener, flexibler und toleranter geworden. Ich habe gelernt, zu
meiner Meinung zu stehen, nicht alles mit mir machen zu lassen und Menschen nicht zu
schnell zu beurteilen. Es sind so viele Dinge, die man hier gelernt hat und man erlebt so
unglaublich viel. All diese Erfahrungen lassen einen reifer werden und man lernt sich
selbst sehr viel besser kennen.
Wenn ich an meine ersten Tage hier in Kenia denke und mich dann heute ansehe, merke
ich selbst, wie sehr ich mich persönlich verändert habe und wie viel ich gelernt habe.
Anfangs war alles neu und man selbst so unsicher! Das hat sich nun total verändert und
auch meine Einstellung zu vielen Dingen und hat sich verändert und ich habe mich weiter
entwickelt.
Durch dieses Jahr Kenia habe ich viel von den Menschen und ihrer Kultur lernen dürfen.
Es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, mich mit den unterschiedlichsten Menschen
austauschen zu dürfen und ihre Kultur dadurch kennen zu lernen. Ich habe schnell gelernt
mich zu integrieren, die Kultur zu respektieren und mich anzupassen.
Ebenso konnte ich den Menschen von Deutschland erzählen, ich war erstaunt wie
interessiert viele Menschen waren, aber auch was für falsche Sichtweisen teilweise über
„Weiße“ existierten.

Mein Projekt Cherish Exchange Foundation ist eine Grundschule für Straßenkinder, die im
umliegenden Ponda Mali Slum leben. Sie bekommen dort eine kostenlose
Schulausbildung sowie Mittagessen. Ich bin in Klasse 2 und 3, habe manchmal alleine
unterrichten müssen oder einfach der Lehrerin assistiert.
Manchmal gibt es mehr für mich zu tun, manchmal weniger. Wenn ein Lehrer ausfällt,
springe ich ein und unterrichte die Klasse. Man muss flexibel sein und sich manchmal
selbst Arbeit suchen. Da mir das Unterrichten aber nicht so sehr viel Spaß bereitet,
genieße ich besonders die Unterrichtsfreie Zeit mit den Kindern. Ich kann mit ihnen reden,
spielen, sie bringen mir Kiswahili bei und fragen mich über das ferne Deutschland aus. Es
macht einfach unglaublich Spaß und die Kinder sind wahnsinnig lustig und wissbegierig!
Viele Kinder kommen aus schwierigen Familiensituation, ich bin für sie eine große
Schwester geworden, die ihnen Aufmerksamkeit und Zuneigung schenkt.
Da es einen ständigen Lehrerwechsel gab, war es schwer sich ins Team zu integrieren, da
immer wieder neue Leute kamen und gingen. Ich habe mich aber sonst, mit kleinen
Ausnahmen, gut mit dem Kollegium verstanden! Manchmal war es für mich schwierig die
Erziehungsmaßnahmen der Lehrer nachzuvollziehen. Das Schlagen von Kindern habe ich
auch nach meinem Jahr in Kenia nicht tolerieren können. Ich habe gelernt, meinen
eigenen Weg zu gehen. Denn die Meinung der Lehrer konnte ich nach vielen
Diskussionen natürlich nicht ändern. Ich musste es also akzeptieren, habe mich aber nicht
so weit angepasst, dass ich diese Erziehungsmethode übernommen habe.
Im Vergleich zum Anfang hat es sich schon um Einiges verbessert, jedoch wird noch eine
menge Zeit vergehen, bis es keine Schläge mehr in kenianischen Schulen geben wird.
In meiner Zeit habe ich gemeinsam mit einer anderen Freiwilligen die Schule gestrichen
und ich habe das „Beads“ Projekt gestartet, welches nun leider durch den Direktor
abgebrochen wurde. Die Kinder hatten eine Menge Spaß an den tArmbänder machen und
konnten somit mal von dem stressigen Schulalltag abschalten. Sie fragen mich immer
wieder, wann ich wieder eine Unterrichtsstunde gebe, doch leider sollen sich die Kinder
auf ihre Schulausbildung konzentrieren und es bleibt deshalb keine Zeit für meine „Beads
Lesson“! Für die Kinder ist das sehr schade. Sie waren sehr motiviert und haben
unglaublich schnell gelernt. Für die Kinder ist es gut, dass sie mehrere Fertigkeiten
erlernen damit sie in der Zukunft mehr Möglichkeiten haben.
Ich hoffe, dass eventuell der nächste Freiwillige sein Glück nochmal probiert und das
Projekt wieder auffrischen kann. Für die Kinder wäre es auf jeden Fall schön.
Viel bewirken kann man in seinem Freiwilligendienst nicht. Ich fand es sehr schwer Etwas
konkretes umzusetzen, da man natürlich „nur“ ein Freiwilliger ist und sich den Regeln des
jeweiligen Projektes anpassen muss. Ich habe die Zeit hier eher als „Ich-will-was-lernen“
betrachtet, als „“Ich-will-was-verändern“. Ein Jahr, es mag sehr lang klingen, ist aber auch
viel zu kurz für große Projekte.
Mein Projekt ist wie viele andere nicht auf Freiwillige angewiesen, sie würden auch gut
ohne mich zurecht kommen. Jedoch wäre niemand für die Kinder da oder es könnte sonst
keiner bei Lehrermangel schnell mal einspringen. Ich finde es gut, dass in meinem Projekt
viele Freiwillige sind. Die Kinder genießen das sehr, vor allem wenn man für eine längeren
Zeitraum bleibt.

In meiner Gastfamilie fühle ich mich relativ wohl. Ich habe sehr viele Freiheiten, was mir
sehr gut gefällt. Ich habe meinen Platz gefunden, aber ich bin auch froh, wenn ich wieder
gehen werde. Ich habe mich nie gut mit meiner Gastmutter verstanden, aber ich habe
gelernt wie ich mich integrieren kann, sodass es zu keinen Konflikten kommt. Mit meinem
Gastbruder habe ich mich sehr gut verstanden, ebenso mit meinem Gastvater, der sich
immer bemüht hat, dass ich mich wohlfühle. Ich habe in diesem Jahr gelernt, sich ein
Zimmer zu teilen und mit wenig oder kaum Privatsphäre auszukommen. Ebenfalls musste
ich für einen längeren Zeitraum mein Bett teilen, da die Schwester meiner Gastmutter zu
einem längeren Besuch kam. Man lernt sich anzupassen und seine eigenen Bedürfnisse
zurück zu stecken.

Viele meiner Konflikte habe ich selbst in die Hand genommen und versucht zu lösen,
jedoch hatte ich auch ausreichend Unterstützung aus Seiten meiner deutschen und
kenianischen Organisation.
Da ich am Anfang so gut wie keine Erwartungen an meinen Freiwilligendienst gestellt
habe, bin ich auch in keiner Weise enttäuscht wurden. Im Nachhinein hätte ich eventuell in
manchen Situationen anders handeln sollen, doch auch die negativen Erfahrungen haben
mich in irgendeiner Weise gestärkt und weiter gebracht. Ich bin froh, dass alles so passiert
ist, wie es ist.

Ich habe Kenia in diesem Jahr für mich ganz persönlich kennen lernen dürfen und es
lieben gelernt. Es wird auf jeden Fall nicht das Letzte Mal hier gewesen sein. Ich habe das
Glück gehabt so viele liebe Menschen kennen lernen zu dürfen und die Kinder in meinem
Projekt haben einen großen Platz in meinem Herzen eingenommen. Mir bleibt gar nichts
anderes übrig, als ganz bald wieder nach Kenia zu kommen! Ja, man kann sagen, ich
habe hier ein zweites Zuhause gefunden. Ich fühle mich unglaublich wohl in Kenia, ich
liebe die kenianische Mentalität und die Lebensweise der Menschen. Ich kann jeden Tag,
den ich noch vor mir habe nur in den vollsten Zügen genießen. Trotz vieler Situationen, in
denen ich mich gerne aufgeregt hätte, habe ich gelernt, viele Dinge mit Humor zu nehmen
und das lässt einen das Leben leichter leben...

Asante sana, Kenya!


Donnerstag, 7. August 2014

Mein Jahr Kenia ist vorbei!

Hallo ihr Lieben.

Nun ist es soweit, ich sitze im matatu nach Nairobi. Koffer und backpacker sicher im kofferraum verstaut, musik in den ohren und die wunderschöne kenianische landschaft im fenster. Ob ich wohl meine letzten zebras noch sehen werde? Der typ neben mir versperrt mir nur ein wenig die sicht...

Die schönste Stadt Kenias & mein zweites Zuhause - Nakuru - liegt nun hinter mir! Die meiste Zeit meines Jahres habe ich dort verbracht und das mit voller Freude. Ich liebe diesen Ort einfach, die Menschen, die Atmosphäre, ... meinen kenianischen Alltag. All das werde ich so vermissen...

Wenn ich auf mein Jahr zurückblicke, dann bin ich einfach nur so unglaublich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.
Ein Jahr - auf sich allein gestellt in einem dir zuerst völlig fremden Land mit einer Sprache bei der du dir denkst : "nie im Leben werde ich sie lernen", mit Menschen in Kontakt zu sein die dir auf den ersten Blick so anders erscheinen, andere Ansichten haben, einen anderen Lebensstil bevorzugen und eine ganz andere Mentalität haben .... All das ist einfach so ANDERS als Zuhause!

Ich kann mich noch genau daran erinnern, Wie ich vor einem Jahr am Flughafen mit meinen Eltern saß... völlig fertig mit der Welt. Abschied, Erwartungen, Ängste und Vorfreude auf das kommende Jahr! Die erste Zeit in meiner Gastfamilie war sehr schwer. Ich habe sehr lange gebraucht, um mich richtig wohlzufühlen... ich habe mich nie mit meiner gastmama verstanden. Dafür aber umso mehr mit meinem gastvater und gastbruder! ..

Wenn ich mich heute mit damals vergleiche, dann kann ich nur staunen wie ich mich verändert habe. Ich sehe mich am Anfang meines Jahres Wie ein kleines Kind ... unsicher, ahnungslos und einfach nur mega verwirrt. :D jetzt ist das natürlich ganz anders und ich fühle mich hier richtig wohl.

Es gab so viele UPS And DOWNS in diesem Jahr. Ich habe so viel erlebt, geweint, gelacht... es gab Momente Wo man einfach der glücklichste Mensch auf erden ist oder so verzweifelt ist, dass man sich am liebsten irgendwo einbuddeln will um richtig losschreien zu können...
Aber ich bin froh, um jede Erfahrung die ich hier gemacht habe. Sie haben mich in jeder Weise gestärkt, ich habe so viel dazu gelernt und bin um einiges erwachsener geworden.
Kenia hat mich geprägt!

Ich bin nun aber bereit, um nach Hause zu gehen. Ich freue mich auf Deutschland und mein neues Leben, welches nun beginnen wird. Ausziehen, studieren und weiter lernen - Erwachsen werden!

Jedoch werde ich Kenia ganz schön vermissen. Dieses Flair, welches es nur in Afrika gibt...
Ich werde es vermissen ....
- Morgens aufzuwachen, auf dem weg im matatu zu sitzen mit lauter Reggae Musik und dem krassesten bass den es gibt, die schreie des conducteur "beba beba".
- die vertrauten Gesichter auf dem weg zur Arbeit, die deinen Namen rufen und dir jeden Morgen einen schönen Tag wünschen..
- die straßenverkäufer, die jeden morgen an dein matatu Fenster klopfen, um dir Würstchen, Kuchen, Socken oder schraubenzieher andrehen wollen (außer dem Kuchen habe ich nie was gekauft)
- jeden morgen von den wundervollsten Kindern der Welt begrüßt zu werden.. Umarmung, Handschlag oder einfach nur ein bezauberndes lächeln haben mir jeden Tag Gute Laune verschafft, auch wenn es mir mal nicht so gut ging. Die Kinder wussten genau Wie man sorgen und Kummer vergisst. Sie haben mir eine ganz andere Welt gezeigt. Eine Welt in der man einfach glücklich mit dem ist was man hat, Dinge mit Humor nimmt, darüber lacht, denn morgen ist wieder ein neuer Tag und Wir sind froh den erleben zu dürfen. Mit den Kids bin ich wieder zum Kind geworden. Mir wurde immer gesagt ich bin eine von ihnen, da ich am Ende des Tages genauso dreckig Wie die Kinder war... :)

Ich werde so bald ich kann wieder zurück kommen. Nach Kenia, meinem zweiten Zuhause!

Gestern, am Mittwoch, war mein letzter Tag in meinem Projekt. Es war ebenfalls "closing day" und die Kinder waren voller Vorfreude, dass es nun in die Ferien geht. Deshalb war es ein busy day. Die besten Kinder haben Geschenke bekommen. Ich wurde verabschiedet, ein kenianischer Freiwilliger ebenfalls, dann hat jeder eine kurze Rede gehalten und mehrfach wurde erwähnt, dass die Kinder auch in den Ferien weiter lernen sollen und sich nicht aufgrund Langeweile zurück auf die Straße begeben...
Ich musste mit so gut Wie jedem tanzen (sogar mit dem security guy), ich habe eine massai Kette bekommen, eine Kette mit delphin Anhänger und zwei armbänder sowie verschiedene Performances von den jeweiligen Klassen. Es war einfach ein Sehr schöner Tag und ich hatte noch nie so viel Spaß. Ich war einfach glücklich.
Der Abschied war deshalb nicht so schwer, ich musste nur kurz ein paar tränen verdrücken als ich zum letzten mal in meine klasse gegangen bin und ich in die traurigen kinderaugen geschaut habe. "Usiende" haben sie gesagt, ... "geh nicht" ... da es aber für die Kinder auch in die Ferien ging haben einige gar nicht verstanden, dass ich nun gehe. Viele erwarten mich nach den Ferien wieder dort...
Aber ich war nicht traurig zu gehen, denn ich weiß ich werde wieder kommen und bin einfach so glücklich momentan, dass es die perfekte Zeit ist nach Hause zu gehen.

Da ich nie richtig eng mit meiner Gastfamilie war, war dort der Abschied sehr einfach und kurz. Ich habe zum Abschied gestern Abend für uns alle gekocht. Dinkelnudeln mit einer curry vegetable soße und milchreis mit roter grütze zum Nachtisch. (Dr. Oetker sei dank!)

Jetzt Wo ich im matatu sitze und Nakuru hinter mir lasse und ich weiß dass es so bald nicht wieder zurück geht, bricht so langsam meine Stärke... die Leute denken bestimmt auch, warum die weiße heulend auf ihr Handy starrt. :D aber es sind freudentränen. Ich werde meine Zeit hier niemals vergessen. Ich habe so viel erlebt, dass kann mir keiner mehr nehmen.

Ich freue mich so unglaublich auf zu Hause. Auf meine Familie, Freunde und Deutschland....ich weiß, dass das wieder "zurück sein" und einleben schwer wird. Viele ehemalige Freiwillige sagen mir, dass das halbe Jahr zurück in Deutschland nochmal sehr einschneidend wird und einen verändert. All das was ich hier in Kenia gelernt habe, nehme ich mit nach Hause und werde es dann in mein neues Leben einbringen....

Es ist unfassbar Wie schnell ein Jahr vergehen kann und Wie viel man erleben kann....

Ich sitze immernoch im matatu Richtung Nairobi. Bis jetzt kein zebra in Sicht, schade...

Ich freue mich schon morgen Mittag wieder zurück im WELTMEISTER Land zu sein. ;)

I'm coming home... I'm coming home!

Asante sana, Kenya - Nakupenda!

Eure Fariha  

Samstag, 5. Juli 2014

Endterm Camp, Visum, Abschied nehmen

Hallo ihr Lieben,

Heute habe ich mich dazu aufraffen können, einen Blogeintrag zu schreiben. Es wird auch einer der letzten sein, da mein Jahr hier in Kenia bald zu Ende geht. Vielleicht sogar schneller als geplant, aber dazu später geht....

Ich hatte vom 22-29 Juni mein Endterm camp vom ICYE!
Es ist üblich, dass dieses camp im Projekt einer der Freiwillige stattfindet und Wir dort etwas aufbauen...
Dieses Jahr waren Wir also bei Katharina zu Hause. Sie wohnt in sindo bei dem Direktor der Schule Wo sie als Freiwillige arbeitet. Deshalb ist die Schule auch nur ein paar Meter neben  ihrem Zuhause!

Ich habe mich am Samstag, den 21. Juni auf den weg nach kisii gemacht um dort Pia und steffi zu treffen. Gemeinsam haben Wir dann das Deutschland-Spiel in unserem Hotelzimmer geguckt....bevor es dann am Sonntag los nach homa bay ging. Reingestopft in ein matatu, ungefähr zwei Stunden war die Fahrt. Nach nun elf Monaten Kenia haben Wir uns auch nicht nehmen zu lassen uns zu beschweren und eben nicht für jeden weiteren Fahrgast den eigenen Körper eimgefaltet. Zum einen ist es total gefährlich so überfüllt zu fahren, vor allem bei dem fahrstil und schließlich bezahlen Wir nicht umsonst für einen Sitzplatz. Aber gut. Manchmal geht es nicht anders und man akzeptiert wieder. Meiner Meinung nach sollten sich die kenianer ruhig früher beschweren ... die conducteur versuchen auf Kosten anderer Fahrgäste so viele Menschen rein zu bekommen, nur um am Ende des Tages mehr Geld in der Tasche zu haben.

Wir kamen dann schließlich irgendwann in homa bay an, direkt am lake Victoria! Von dort ging es dann weiter in die "pampa". Nur fuhren dann keine matatus mehr in diese Richtung und man muss ein Auto Taxi nehmen, welches mit bis zu 14 Leuten vollgepackt wird.... die meisten im Kofferraum. Vorne meistens vier Leute und manchmal wird sich die  Arbeit geteilt. Einer lenkt, der andere gibt Gas! ;) unvorstellbar in unserem schönen strikten Deutschland! :P

Bis es dann aber erstmal losging ...mussten Wir über eine stunde warten. Bevor nicht genügend Leute im Auto sind, geht es auch nicht los...

Die Fahrt von homa bay  nach sindo im Auto war auch ein tolles Erlebnis. Die Straße war natürlich super kenianisch und holprig. Zum Glück war das Auto so voll & eng, da konnte man sich eh kaum bewegen. Unterwegs haben Wir noch eine krank Frau umsonst mitgenommen, da sie ganz dringend ins Krankenhaus musste.. Sehr nett von unserem Fahrer!!!

In sindo angekommen haben Wir uns mit Katharina getroffen. Sindo ist ein kleines Dorf direkt am lake, was richtig schön ist. Dort haben Wir dann auch die anderen getroffen, ebenfalls elf kenianer die im August mit ICYE für ein Jahr in verschiedene Länder ausreisen.
Wir haben so gut Wie alle pikipikis (Motorräder) aus sindo benötigt um zu Katharinas Familie und Projekt zu kommen. Sie lebt so richtig schön, aber richtig weit von uns allen und jeglicher Zivilisation... ihre Familie wohnt am hang eines Hügels und von ihrem Zimmer hat sie einen wundervollen Blick auf den lake Victoria!! :) trotzdem bewundere ich Wie Sie das alles packt, da sie schon Sehr alleine dort ist und man nicht viel dort unternehmen kann....

Die Woche Camp in sindo waren richtig schön. Wir haben uns alle gut verstanden und es war Sehr lustig sich gegenseitig auszutauschen. Wir hatten natürlich Diskussionsrunden, um unser Jahr Kenia zu reflektieren... ebenfalls Spiele damit Wir die anderen Freiwillige besser kennenlernen ... und unser Projekt die Woche war, dass Wir die Schule von Katharina gestrichen haben. Im ganzen war es eine sehr sehr schöne Woche mit allen... ich habe es sehr genossen und die Zeit ging mega schnell um. Ich bin dann danach am Samstag mit steffi, nico, Jo und lizzy nach migori ins "Happy Home" (Projekt von steffi und seit kurzem auch von nico & Jo) ...ich wollte es ausnutzen, dass ich hier in der Gegend war und nicht nochmal her gekommen wäre. Wir haben uns dann alle gemeinsam auf zur tansanischen Grenze gemacht, um schön zum letzten mal für wenig Geld Stoffe zu kaufen.
Meinem Schneider habe ich in letzter Zeit sehr viel Arbeit gegeben :D

Am Sonntag ging es dann für mich wieder nach Hause, nach acht Stunden anstrengender Fahrt und nervigem conducteur (ich war kurz davor ihm meine Faust ins Gesicht zu schlagen, haha!!) Kam ich dann auch endlich abends zu Hause in Nakuru an!!

Mein Visum was mir schon das ganze Jahr Kopfschmerzen bereitet hat, wurde auf dem camp auch nochmals genau diskutiert.....

Mein jetziges Visa läuft am 11.07.14 aus. Da Wir schon seit unserer Einreise auf unsere workpermit warten, sieht es wieder schlecht für mich aus...

Angeblich sind sie schon fertig gestellt und müssen nur noch unterschrieben werden. Ja... die lieben Menschen im immigration office arbeiten SOOOO fleißig, dass sie einfach öfters unsere Dokumente verlieren und die Arbeit von vorne beginnen muss. Da jetzt Jo schon früher geflogen ist und die Dokumente von nico nicht mehr zu finden sind, gibt es nur noch steffi Pia und mich für die weiterhin bis zur letzten Sekunde gekämpft wird. Für nico ist der Flug schon am Freitag gebucht.... für uns dann auch, wenn nicht bald was passiert. Zeit ist so knapp!!!

Am Montag ist Saba Saba (sieben sieben, für 7.07), Wo gehäuft Demonstration veranstaltet werden und es gefährlich werden kann. Deswegen habe ich am Montag frei...
Würde ich also Freitag fliegen, hätte ich nur noch zwei Tage im Projekt, da ich mich am Donnerstag auf den weg nach Nairobi machen würde..

Da wir schon ständig dieses Problem haben, Hab ich es diesmal einfach ignoriert... jedoch wird mir immer mehr bewusst Wie wenig Zeit mir hier noch bleibt und ich mich kaum darauf einstellen kann, ob ich nun gehen muss oder nicht.....
Einfach diese Ungewissheit macht einen fertig, so viele verabschiedungen habe ich vor mir und noch die letzten souvenirs einkaufen und und und.....

Ich werde euch auf dem laufenden halten. Vielleicht bin ich nächstes Wochenende wieder im Lande!! Wer weiß... gehen möchte ich auf keinen Fall. :/

Ganz Liebe grüße,
Eure Fari :) 

Donnerstag, 5. Juni 2014

Familienbesuch, Anschläge und Visumsprobleme

Nun habe ich schon eine ganze Weile nix mehr von mir hören lassen. In der Zwischenzeit waren meine Eltern und min Bruder hier für drei Wochen, ich habe ein Städte-Verbot, mehrere neue Anschläge sorgen für Unruhen in Kenia und mein Jahr neigt sich dem Ende zu. Nur noch zwei Monate, also quasi nix..

Meine Familie ist mitten in der Nacht angekommen, den Tat vorher hatte steffi Geburtstag gefeiert und ich war dementsprechend müde.. morgens um vier habe ich mich dann alleine mit einem Taxi auf zu dem Flughafen gemacht und eine Stunde auf meine Eltern gewartet, ebenso der Taxifahrer, dem habe ich dafür ne warte-soda gekauft. ;)

Als dann meine Familie ankam, war die Freude groß und Wir haben uns bei Sonnenaufgang auf den weg nach nairobi town gemacht... kleiner Schock, wenn man gerade eine Länge Reise hinter sich hatte und dann sich im Gedränge nairobis zurecht finden Muss...
Es war eine Sehr schöne Zeit mit meiner Familie und Wir haben viel erlebt. zuerst sind Wir nach mombasa und haben das Küsten-feeling auf uns wirken lassen. Ebenfalls konnte ich mal wieder nicht genug von den Stoffen bekommen.
Dann ging es nach einer Woche nach naivasha, dort waren Wir am See, haben eine Fahrradtour durch hells gate gemacht und einen Ausflug zum Krater lake gemacht. Dann ging es ganz typisch auf massai mara safari, was einfach wunderschön war. Wir haben alles gesehen, von elefanten Babys über Löwen fressende zebras bis hin zu riesen büffelherden .... und und und.

Dann ging es für die letzte Woche nach Nakuru, in meine neue Heimat! Dort haben Wir meine Gastfamilie besucht, mein Bruder hat ugali bis zur Übelkeit gegessen da meine gastmama ihm extra viel drauf gemacht hat... ist jetzt nicht das lieblingsessen geworden. Ich habe aber natürlich richtig rein gehauen. :P

Dann ging es in mein Projekt. Die Kinder haben sich mega gefreut und es gab natürlich eine Performance! :)
Dann haben Wir pumpernickelbrot mit nutella und Haribo für die Kinder zubereitet. Bis heute fragen die Kinder nach dem tollen german bread. Hehe ;)
Mein Bruder hatte mega viel Spaß mit den Kindern und somit waren Wir dann drei Tage dort, dann noch in Nakuru entspannt und dann mussten Wir auch wieder zurück nach Nairobi.

Nun bin ich ganz alleine im Projekt, da alle Freiwillige inklusive jessica gegangen sind... aber ich genieße die Zeit intensiv mit den Kindern und bin froh, dass es mal etwas ruhiger ist.

Aufgrund immer mehr Anschlägen in Nairobi und Mombasa wurde uns nun verboten, in diese Städte zu reisen. Das Auswärtige Amt gibt strikte Warnungen für Kenia raus und weltwärts hat somit Freiwillige aus Nairobi und Mombasa zurück nach Deutschland geholt, wenn diese sich gegen einen projektwechsel entschieden haben.
Bei uns wohnen zum Glück keine Freiwillige direkt in Nairobi, sondern nur außerhalb und dort gibt es keine sicherheitswarnungen..

Letztes Wochenende war ich steffi in migori besuchen. Sie arbeitet und wohnt dort in einem Waisenhaus. Zusammen sind Wir an die tansanische Grenze gefahren und haben uns Sehr billige Stoffe gekauft. Wo nun langsam die Tage gezählt sind, nutzt man die Zeit und erledigt alles und wartet nicht mehr ....

Da wären wir bei dem am häufigsten erwähnten Thema meines FSJ ...Dawkins Visum! Letztes mal haben Wir aus gutem Glück nochmal ein drei Monats Visa bekommen, da der Typ beschäftig war mit Pia und mir über das leben in Kenia zu diskutieren, dass er einfach nebenbei die Stempel rein gehauen hat! :) Jo!

Am Ende diesen Monats haben Wir unser endterm camp in homa bay! Ich hoffe bis dahin gibt es eine Lösung für unseren letzten Monat hier in Kenia!

Sonst geht es mir Sehr gut hier, abgesehen davon, dass ich mir schon seit einer halben Ewigkeitein bett teilen muss... aber dazu mal wann anders!

Also liebe grüße,

Eure Fariha! :) 

 

Samstag, 29. März 2014

Wo ist nur die Zeit geblieben...

Hallo ihr Lieben :)

Ich melde mich mal wieder aus dem schönem Kenia, mein neuer Wohnort seit schon fast acht Monaten! Es ist unglaublich, aber die Zeit vergeht hier mega schnell. Vor allem seit meinem letzten Eintrag. Ich weiß gar nicht genau wovon ich berichten soll...

Also mein beads Projekt läuft recht gut. Die Kinder sind motiviert & lernen echt schnell. Jedoch hat uns ein netter Pastor letztens einen strich durch die Perlen gemacht. Ich kam eines Tages gut gelaunt zur Arbeit und bin in meine Klasse um alle zu begrüßen. Alle sind auf mich zu gerannt und haben mir versucht die armbänder auszuziehen... sie haben mir von dem Pastor erzählt, der eine Nachricht von Gott erhalten hat, dass die Perlen - armbänder vom Teufel besessen sind. Jesus hatte auch noch eine wichtige Rolle dabei. Ich weiß gar nicht was die Kinder mir alles erzählt haben, ich war einfach nur geschockt, als ich gehört habe, dass sie ihre armbänder weg geworfen haben. Ich dachte ich höre nicht richtig...
Ein Kind ist sogar mit der Bibel auf dem Schulhof rumgerannt und meinte es würde drin stehen, das Perlen armbänder eine große Sünde sind. Völliger Blödsinn meiner Meinung nach.

Nachdem Tag bin ich dann erstmal zum massai Markt, um meinen Freund, der mit mir die Kinder unterrichtet, diese wahnsinns Geschichte zu erzählen.

Als ich mit berichten fertig war, haben sich alle über diesen gewissen Pastor, der mit Gott geredet hat, aufgeregt. Ein etwas älterer Herr hat mir dann erzählt, dass damals Missionare nach Kenia kamen und alles was mit ihrer Kultur zutun hat mit dem Teufel in Verbindung gebracht haben. Damit die Menschen ihrem glauben überwechseln und ihre Kultur vernachlässigen... heute jedoch wissen viele das es gut ist seine Kultur am Leben zu halten und sie nicht verleugnet.

Diese typischen massai armbänder sind Teil der Kultur und manche sind noch im glauben, dass es falsch ist und man vom Teufel besessen wird, wenn man diese Dinge trägt.
Der ältere Herr hat mir klar gemacht, dass der Pastor nicht genügend gebildete ist und total gegen seine Religion handelt. Ebenfalls macht er den Kindern damit keinen gefallen, da es für sie gut ist mehrere Fertigkeiten zu lernen....
Ich hatte ein Sehr interessantes Gespräch mit diesem Mann, der mir von seiner Arbeit mit Straßenkinder erzählt hat, was mich Sehr beeindruckt hat.. als ich ihn dann nochmal getroffen habe hat er mir mehr von seiner Arbeit erzählt und wollte wissen ob ich Interesse hätte mit ihm zusammen zu arbeiten... ich könnte Workshops mit den Kindern machen und zum Beispiel das mit den armbänder weiterführen.. ich musste ihm zu seinem erstaunen erstmal klar machen, dass ich erst 18 bin & wieder zurück muss um zu studieren. Er meinte es wäre immer gut Freunde zu machen und er seie sich sicher, dass ich zurück kommen würde und dann könnte ich nach der Uni bei ihm arbeiten oder einfach so kommen, er will mich und meine Freunde dann rum führen. Ich bin nun seine daughter, so hat er mich jeden falls jeden vorgestellt. Haha :-D

Nagut. Das beads Projekt habe ich aufgrund der Teufels erstmal für eine Woche ruhen lassen. Ebenfalls war Robert zu Sehr beschäftigt, um zum unterrichten zu kommen..
Nächste Woche versuchen Wir es auf ein neues und schauen ob die Kinder immer noch in dem Glauben sind..

Letztens hatte ich in einer mall einen jungen Mann getroffen, der sich an mich erinnert hat. Ganz am Anfang war ich mit den Kids auf einer internationalen Schule, da sie dort ihre Akrobatik aufgeführt haben. Das ist nun schon fast fünf Monate her & der Gute konnte sich erinnern, dass ich dabei gewesen bin. Er wollte nämlich sein eigenes Projekt starten und den Straßenkinder Suppe organisieren und Kontakte knüpfen um waisenhäuser zu finden, die Kinder aufnehmen würden. .. da ich weiß bin und somit erwartet wird, dass ich superschlau bin und tausend Kontakte habe, hatte er mich angesprochen und wollte meine Hilfe.
Schon lustig, dass ich in den letzten Tagen gleich zwei Personen treffe, die mit mir zusammen arbeiten wollen.. mal sehen Wie sich das entwickelt!!

Ja dann hatte ich auch noch eine kleine Auseinandersetzung mit dem Direktor und alles war ein bisschen sehr verrückt.. es ging soweit, dass er uns Freiwillige hinter unserem rücken rauswerfen wollte. Zum Glück haben sich alle beruhigt und ich kann bleiben. Dieser Konflikt hat mir gezeigt Wie verschieden Wir doch eigentlich sind und kleine kommunikationsprobleme sehr großen schaden anrichten können...
Manchmal muss man einfach seinen Mund halten und alles über sich ergehen lassen, da man mit manchen Menschen nicht normal reden kann und sie ihre Meinung auch nicht so einfach ändern. Hier in Kenia ist der Mann eben nun mal der Boss und wenn man da eine Frau ist und dann auch noch jünger, dann hat man sowieso nichts zu sagen. Aber gut. Das will ich nicht weiter ausbreiten. Jetzt ist alles in Ordnung und ich führe meine Arbeit einfach mit den Kindern weiter! ..

Sonst geht es mir Wie immer Sehr gut hier und ich liebe die Kinder!! Momentan ist das schlagen bei uns in der Schule Sehr schlimm und ich werde immer wütender mit dieser Methode. Am Anfang habe ich es noch akzeptiert und wusste ich kann nichts daran ändern. Aber in letzter Zeit ist es einfach zu viel geworden und die Kinder werden regelrecht zusammen geschlagen. Es ist einfach grausam und ich überlege Wie man den Lehrern klar machen kann, dass es sinnlos ist und keines Wegs in irgendeiner Weise die Kinder zum Lernen motiviert und sie diszipliniert.... die Kinder haben keinen Respekt, sie haben nur Angst geschlagen zu werden. Ebenfalls lernen sie somit, dass schlagen eine Konfliktlösung ist... da brauchen sich die Lehrer nicht wundern wenn die Kinder sich in den Pausen prügeln... dafür werden sie ebenfalls zur Strafe geschlagen, mit einem holzstock oder einem Gummischlauch..
Ich kann über diese Methode nur den Kopf schütteln und wünsche den Kindern, dass es bald aufhört. Dafür muss es aber die Meinung der Menschen geändert werden, denn sie verstehen es einfach nicht und finden es total normal. "Thats kenya, we have to beat them. They will not listen to us" ... traurig ist, dass es ein Gesetz  ist, dass das schlagen in Schulen verbietet...tja juckt hier nicht so wirklich jemanden.
Ich glaube wenn die Lehrer genügend alternative strafen gelernt bekommen & sehen, dass es ebenfalls oder sogar noch besser klappt, könnte man langfristig was ändern. Würde das schulklima ebenfalls verbessern sowie die Schüler Lehrer Beziehung... viele Dinge die man ändern will, aber schwer ist, es durchzusetzen..

Für alle die es noch nicht wissen, ich habe mir letztens in Nairobi ein nasenpiercing stechen lassen. Hehe! Das musste einfach mal sein. ;-)

Demnächst kommen meine Eltern und ich freue mich schon so Sehr darauf. Yeah! Besonders auf meinen Bruder. Liebe grüße an euch an dieser Stelle!!! ;-)

Ganz liebe grüße
Eure Mwende
♡

Ps. Ich lade & schreibe meine Einträge mit meinem Handy. Sorry also für irgendwelche Fehler. Ich habe keine Lust alles nochmal durchzulesen und zu korrigieren. Haha. Habe aber auf genügend Absätze geachtet..:



Montag, 24. Februar 2014

Zwischenbericht

Hier mein Zwischenbericht für ICJA! Vielleicht auch interessant für euch! Melde mich bald wieder mal mit Fotos! :)

Zwischenbericht – Halbzeit!  

Es ist kaum zu glauben, doch ich lebe und arbeite schon ein halbes Jahr hier in dem wunderschönen Nakuru! Die Zeit vergeht rasend schnell und wenn ich zurück blicke habe ich in diesen sechs Monaten schon so viele spannende Sachen erlebt, dass ich mich umso mehr freue, dass ich noch genau sechs weitere Monate vor mir habe!  

Ich fühle mich noch immer sehr wohl in meinem Projekt Cherish Exchange Foundation. In letzter Zeit gab es viele Neuerungen, es wurde ein weiteres Office für den Direktor gebaut, zwei weitere Klassenräume errichtet und die Klassenzimmer werden gestrichen. Es wurden ebenfalls neue Lehrer eingestellt, ein neuer Unterrichtsplan erstellt und die Klassen soweit es geht in eigene Klassenräume gebracht. Da zuvor mehrere Klassen in einem Klassenraum waren.

Ich unterrichte Class 3 mit einer anderen Lehrerin, das gefällt mir sehr gut, da die Klasse überschaubar ist, ich sie sehr gut kenne, da ich letztes Jahr ebenfalls mit den Kindern zusammen gearbeitet habe und ich nicht alleine bin! Ebenfalls ist es für mich ein gutes Alter, da die Kinder relativ gut Englisch verstehen und ich nun auch in der Lage bin einige Sachen in Kiswahili zu sagen.
Es macht einfach unglaublichen Spaß mit den Kids und ich habe sie alle total in mein Herz geschlossen, jedoch ist es dann manchmal schwierig, da ich manchmal nicht die Lehrerposition einnehmen kann, da ich mit den Kindern so gut klar komme, wir Witze machen und die Kinder genau wissen, dass ich sie nicht als Bestrafung schlagen werde. Da ist es dann doch gut, dass ich nicht ganz alleine bin & dem Unterricht nur assistiere!

Ich helfe mit die Aufgaben zu korrigieren, Hausaufgaben aufzugeben und allgemein dem Lehrer unter die Arme zu greifen.
Nach so langer Zeit kennt man nun jedes einzelne Kind und weiß auf welche man mehr Acht geben muss, welche mehr Zeit brauchen und welche noch zusätzliche Aufgaben benötigen!

Was mir besonders gut an meinem Projekt gefällt, sind die viele Freiwilligen. Ich bin zwar die einzige von ICYE die hier in Nakuru lebt, jedoch kommen zu Cherish oft Freiwillige von Projects abroad oder anderen Organisationen. Man lernt so viele liebe Menschen aus anderen Ländern kennen und es ist immer etwas los. Momentan sind zwei Freiwillige dabei das Office und alle Klassenräume zu streichen. Wir anderen sind in den Klassen verteilt und unterrichten. Viele sind aber nur für kurze Zeit hier und gehen nach paar Wochen wieder!

Ich bin die einzige, die ein Jahr hier ist. Jessica aus Amerika ist acht Monate hier und ist somit diejenige mit der ich am meisten Zeit bei Cherish verbringe!
Wir beide haben gemeinsam die Schule gestrichen und wollen nun das Projekt Armbänder starten. Es gab schon eine Gruppe Kinder, die in der Lage waren die typischen Perlenarmbänder anzufertigen, damit sie dann Cherish zu Gute verkauft werden können. Jedoch ist es seit dem wir hier sind nicht weitergeführt worden und viel Gewinn haben die Armbänder auch nicht gebracht, ebenso fehlen Materialien und jemand der das Projekt in die Hand nimmt! Wir wollen also demnächst das Projekt wieder neu auffrischen und mehr Kinder unterrichten und ihnen beibringen, wie man verschiedene Arten von Armbändern machen kann. Eventuell werden wir dann welche in Amerika und Deutschland verkaufen, da wir dort mehr Geld einnehmen können und viele Leute noch etwas dazu spenden, wenn sie wissen, dass es für einen guten Zweck ist!

Ich habe mich dann hier in Nakuru auf dem Massai Markt bei einem jungen Mann erkundigt, ob er mir das beibringen kann und eventuell als Freiwilliger zu Cherish kommen möchte, um die Kinder zu unterrichten. Glücklicherweise hat er zugestimmt und kommt nun nächste Woche vorbei! Ich bin auch schon total dabei Armbänder zu machen und es macht so viel Spaß und ich freue mich schon mit den Kindern gemeinsam das Projekt zu starten.
Neben den Akrobatik-Talenten können wir nun auch die kreativen handwerklichen Kinder fördern und unterstützen. Somit bin ich nun in letzter Zeit jeden Tag nach der Arbeit zum Massai Markt um Unterrichtsstunden zu nehmen.

Man macht hier relativ schnell Freunde und es ist immer sehr amüsant! Viele Touristen gucken verwirrt, wenn sie mich als Weiße hinter dem Shop Armbänder machen sehen. Ich hatte auch schon meinen ersten Auftrag und habe einer Freundin einen Ring gemacht! Die Menschen dort sind alle unglaublich lieb und lustig, dass sie mir einfach beibringen Armbändern zu machen und somit ihre Zeit dafür opfern, finde ich bemerkenswert. Sie sind alle immer sehr interessiert und wir reden viel über die Unterschiede Deutschlands und Kenias! Dann bringe ich ihnen auch ein paar deutsche Vokabeln bei, damit sie bei den nächsten deutschen Touristen punkten können. Im Gegenzug lerne ich Kiswahili und habe auch sofort einen afrikanischen Namen bekommen „Mwende“!

Mir kann es also gar nicht besser hier gehen und ich bin unglaublich froh, dass ich diese Chance bekommen habe! Mein Alltag sieht hier immer anders aus! Ich stehe morgens auf, gehe zur Arbeit, unterrichte, verbringe Zeit mit den Kindern und bleibe meistens nach der Arbeit noch mit den anderen Freiwilligen in der Stadt oder ich treffe mich mit meinen kenianischen Freunden.
Es ist immer was los und man mach Bekanntschaften. Es macht unglaublichen Spaß sich mit den Kenianern über die verschiedensten Themen zu unterhalten, doch viele denken immer noch, dass alle Weißen reich sind und das Leben in unseren Ländern so viel einfacher ist und wir keine Sorgen und Probleme haben. Ich versuche ihnen dann immer klar zu machen, das wir nicht alle Geld im Überfluss haben und für sie es auch nicht von heute auf morgen einfacher wird, wenn sie nach Deutschland kommen. Jedoch gibt es einfach hier in Kenia das Problem, dass viele keinen Job finden, obwohl sie zur Uni gegangen sind. Viele junge Leute werden dann Matatufahrer oder haben einen Job als Popcornverkäufer oder verdienen ihr Geld mit dem Verkauf von Massai Schmuck. Es sind gebildete Leute, jedoch bekommen sie keine Chance für einen Job den sie gelernt haben und haben nicht das Geld, um in ein anderes Land zu gehen.
Trotz allem sind die Kenianer so stolz auf ihr Land und sind stets gut gelaunt und zufrieden mit dem was sie haben. Davon kann man sich auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden!

Ich freue mich unglaublich auf das nächste kommende halbe Jahr & bin schon gespannt, was mich alles noch erwarten wird! Kenia ist voller Überraschungen!    

Allerliebste Grüße, Fariha

Sonntag, 16. Februar 2014

Und da waren es nur noch neun..

Liebe blogleser!

Es ist mal wieder lange her, dass ich mich gemeldet habe. Es ist auch so einiges passiert in letzter Zeit!

Anfang Januar hatten Wir unser mid Term camp in Nairobi. Es war Sehr interessant die Erfahrungen und Erlebnisse der anderen freiwilligen zu erfahren und sich auszutauschen. Ebenfalls war unser Visum ein heikles Thema dieser Tage. Wir alle sind mit einem touristenvisa für drei Monate hergekommen, welches Wir einmal verlängert haben. Ein weiteres mal geht das aber nicht und deswegen wurde für uns die work permit beantragt, damit Wir bis August bleiben können. Aufgrund neuer Gesetze kostet diese aber nun 200 000 Schilling pro volunteer. Das sind so knappe 2000 Euro! Kann natürlich keiner bezahlen. ICYE & ICJA haben alles mögliche bs zum Schluss versucht und es waren drei harte Wochen voller Ungewissheit und wirren Gedanken nun bald den Koffer zu packen und nach Hause zu fahren.. ich war schon dabei abschiedsgeschenke zu kaufen und hatte mich gedanklich auf Deutschland eingestellt. Gehen wollte ich aber auf gar keinen Fall & habe bis zum Schluss noch Hoffnung gehabt.

Paar Tage bevor ich mich mit meinem Koffer Richtung Nairobi aufmachen wollte, kam die Nachricht, dass Wir nun das Visa class I bekommen können, welches nur 5000 ksh. kostet. Da das aber einen Monat dauert um zu beantragen usw mussten Wir für einen Spezial pass bezahlen, dadurch konnten Wir unser Visa für einen Monat verlängern... damit Wir dann hoffentlich das Visa class I bekommen.

Das ganze hin und her war für alle nervenaufreibend. ICJA hat uns dann freigestellt ob Wir für den einen Monat spezial pass bezahlen wollen oder nach Hause fliegen. Ich habe natürlich gesagt, dass ich bezahle und hier bleibe. Dank meiner weltwärts Förderung musste ich nicht viel für das Jahr bezahlen und ch wollte diese Chance und mein Jahr Kenia nicht bei der ersten strapaze aufgeben und nach Hause gehen.

In den sechs Monaten habe ich mich hier so gut eingelebt, Freundschaften geschlossen und meine Kinder im Projekt zu Sehr ins Herz geschlossen, als dass ich einfach von heute auf morgen gehen könnte.

Sechs Freiwillige haben sich aus unterschiedlichen gründen dazu entschieden, ihren Freiwilligendienst nach sechs Monaten abzubrechen und Kenia zu verlassen. Nun sind Wir nur noch neun deutsche von ursprünglichen fünfzehn!!

Da meine Eltern ihren Flug nach Kenia im April schon gebucht haben, hatte ich in der ganzen Zeit im Hinterkopf, dass ich mit ihnen auf jeden Fall zurück kommen werde, falls ich gezwungenermaßen Kenia verlassen muss. Deshalb habe ich mich dazu entschieden die 120 Euro zu bezahlen, da es immernoch billiger ist als ein Neuer Flug von Deutschland nach Kenia! Ich hoffe alles wird diesen Monat geregelt und ich kann meine restlichen Monate hier genießen ohne daran zu denken vielleicht bald nach Hause zu müssen. Ein weiteres mal würde ich glaube ich nochmal bezahlen, da es Wir gesagt billiger ist als der Flug und ich kann MEIN JAHR KENIA wie geplant zu Ende führen.

Mir geht es einfach wunderbar hier in nakuru und ich bin jeden Tag glücklich, dass ich diese Chance bekommen habe und ich hier sein kann. Momentan bin ch dabei zu lernen, wie man die typischen armbänder aus Perlen macht. Ich habe den Typen vom massai Markt einfach gefragt ob er es mir beibringen kann und jetzt gehe ich fast jeden Tag nach der Arbeit dorthin und mache meine armbänder. Er will demnächst auch zu cherish kommen und den Kindern das beibringen, damit Wir noch eine Einnahmequelle haben. Eventuell werde ich ein paar in Deutschland verkaufen, damit mehr Spenden zur Verfügung stehen.

Trotz dem ganzen visumsstress geht es mir gut und ich genieße die Zeit hier einfach.. ich freue mich schon, wenn meine Familie mich besuchen kommt und ich ihnen alles zeigen kann!

Nun sind Wir nur noch neun, fast die hälfte hat uns verlassen..

Ganz liebe grüße aus Nakuru! :)

Eure fariha / Mwende

(ein lustiger Typ vom massai markt hat mir diesen afrikanischen kamba Namen gegeben) :D so nennen mich dort nun alle!