Montag, 24. Februar 2014

Zwischenbericht

Hier mein Zwischenbericht für ICJA! Vielleicht auch interessant für euch! Melde mich bald wieder mal mit Fotos! :)

Zwischenbericht – Halbzeit!  

Es ist kaum zu glauben, doch ich lebe und arbeite schon ein halbes Jahr hier in dem wunderschönen Nakuru! Die Zeit vergeht rasend schnell und wenn ich zurück blicke habe ich in diesen sechs Monaten schon so viele spannende Sachen erlebt, dass ich mich umso mehr freue, dass ich noch genau sechs weitere Monate vor mir habe!  

Ich fühle mich noch immer sehr wohl in meinem Projekt Cherish Exchange Foundation. In letzter Zeit gab es viele Neuerungen, es wurde ein weiteres Office für den Direktor gebaut, zwei weitere Klassenräume errichtet und die Klassenzimmer werden gestrichen. Es wurden ebenfalls neue Lehrer eingestellt, ein neuer Unterrichtsplan erstellt und die Klassen soweit es geht in eigene Klassenräume gebracht. Da zuvor mehrere Klassen in einem Klassenraum waren.

Ich unterrichte Class 3 mit einer anderen Lehrerin, das gefällt mir sehr gut, da die Klasse überschaubar ist, ich sie sehr gut kenne, da ich letztes Jahr ebenfalls mit den Kindern zusammen gearbeitet habe und ich nicht alleine bin! Ebenfalls ist es für mich ein gutes Alter, da die Kinder relativ gut Englisch verstehen und ich nun auch in der Lage bin einige Sachen in Kiswahili zu sagen.
Es macht einfach unglaublichen Spaß mit den Kids und ich habe sie alle total in mein Herz geschlossen, jedoch ist es dann manchmal schwierig, da ich manchmal nicht die Lehrerposition einnehmen kann, da ich mit den Kindern so gut klar komme, wir Witze machen und die Kinder genau wissen, dass ich sie nicht als Bestrafung schlagen werde. Da ist es dann doch gut, dass ich nicht ganz alleine bin & dem Unterricht nur assistiere!

Ich helfe mit die Aufgaben zu korrigieren, Hausaufgaben aufzugeben und allgemein dem Lehrer unter die Arme zu greifen.
Nach so langer Zeit kennt man nun jedes einzelne Kind und weiß auf welche man mehr Acht geben muss, welche mehr Zeit brauchen und welche noch zusätzliche Aufgaben benötigen!

Was mir besonders gut an meinem Projekt gefällt, sind die viele Freiwilligen. Ich bin zwar die einzige von ICYE die hier in Nakuru lebt, jedoch kommen zu Cherish oft Freiwillige von Projects abroad oder anderen Organisationen. Man lernt so viele liebe Menschen aus anderen Ländern kennen und es ist immer etwas los. Momentan sind zwei Freiwillige dabei das Office und alle Klassenräume zu streichen. Wir anderen sind in den Klassen verteilt und unterrichten. Viele sind aber nur für kurze Zeit hier und gehen nach paar Wochen wieder!

Ich bin die einzige, die ein Jahr hier ist. Jessica aus Amerika ist acht Monate hier und ist somit diejenige mit der ich am meisten Zeit bei Cherish verbringe!
Wir beide haben gemeinsam die Schule gestrichen und wollen nun das Projekt Armbänder starten. Es gab schon eine Gruppe Kinder, die in der Lage waren die typischen Perlenarmbänder anzufertigen, damit sie dann Cherish zu Gute verkauft werden können. Jedoch ist es seit dem wir hier sind nicht weitergeführt worden und viel Gewinn haben die Armbänder auch nicht gebracht, ebenso fehlen Materialien und jemand der das Projekt in die Hand nimmt! Wir wollen also demnächst das Projekt wieder neu auffrischen und mehr Kinder unterrichten und ihnen beibringen, wie man verschiedene Arten von Armbändern machen kann. Eventuell werden wir dann welche in Amerika und Deutschland verkaufen, da wir dort mehr Geld einnehmen können und viele Leute noch etwas dazu spenden, wenn sie wissen, dass es für einen guten Zweck ist!

Ich habe mich dann hier in Nakuru auf dem Massai Markt bei einem jungen Mann erkundigt, ob er mir das beibringen kann und eventuell als Freiwilliger zu Cherish kommen möchte, um die Kinder zu unterrichten. Glücklicherweise hat er zugestimmt und kommt nun nächste Woche vorbei! Ich bin auch schon total dabei Armbänder zu machen und es macht so viel Spaß und ich freue mich schon mit den Kindern gemeinsam das Projekt zu starten.
Neben den Akrobatik-Talenten können wir nun auch die kreativen handwerklichen Kinder fördern und unterstützen. Somit bin ich nun in letzter Zeit jeden Tag nach der Arbeit zum Massai Markt um Unterrichtsstunden zu nehmen.

Man macht hier relativ schnell Freunde und es ist immer sehr amüsant! Viele Touristen gucken verwirrt, wenn sie mich als Weiße hinter dem Shop Armbänder machen sehen. Ich hatte auch schon meinen ersten Auftrag und habe einer Freundin einen Ring gemacht! Die Menschen dort sind alle unglaublich lieb und lustig, dass sie mir einfach beibringen Armbändern zu machen und somit ihre Zeit dafür opfern, finde ich bemerkenswert. Sie sind alle immer sehr interessiert und wir reden viel über die Unterschiede Deutschlands und Kenias! Dann bringe ich ihnen auch ein paar deutsche Vokabeln bei, damit sie bei den nächsten deutschen Touristen punkten können. Im Gegenzug lerne ich Kiswahili und habe auch sofort einen afrikanischen Namen bekommen „Mwende“!

Mir kann es also gar nicht besser hier gehen und ich bin unglaublich froh, dass ich diese Chance bekommen habe! Mein Alltag sieht hier immer anders aus! Ich stehe morgens auf, gehe zur Arbeit, unterrichte, verbringe Zeit mit den Kindern und bleibe meistens nach der Arbeit noch mit den anderen Freiwilligen in der Stadt oder ich treffe mich mit meinen kenianischen Freunden.
Es ist immer was los und man mach Bekanntschaften. Es macht unglaublichen Spaß sich mit den Kenianern über die verschiedensten Themen zu unterhalten, doch viele denken immer noch, dass alle Weißen reich sind und das Leben in unseren Ländern so viel einfacher ist und wir keine Sorgen und Probleme haben. Ich versuche ihnen dann immer klar zu machen, das wir nicht alle Geld im Überfluss haben und für sie es auch nicht von heute auf morgen einfacher wird, wenn sie nach Deutschland kommen. Jedoch gibt es einfach hier in Kenia das Problem, dass viele keinen Job finden, obwohl sie zur Uni gegangen sind. Viele junge Leute werden dann Matatufahrer oder haben einen Job als Popcornverkäufer oder verdienen ihr Geld mit dem Verkauf von Massai Schmuck. Es sind gebildete Leute, jedoch bekommen sie keine Chance für einen Job den sie gelernt haben und haben nicht das Geld, um in ein anderes Land zu gehen.
Trotz allem sind die Kenianer so stolz auf ihr Land und sind stets gut gelaunt und zufrieden mit dem was sie haben. Davon kann man sich auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden!

Ich freue mich unglaublich auf das nächste kommende halbe Jahr & bin schon gespannt, was mich alles noch erwarten wird! Kenia ist voller Überraschungen!    

Allerliebste Grüße, Fariha

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