Donnerstag, 7. August 2014

Mein Jahr Kenia ist vorbei!

Hallo ihr Lieben.

Nun ist es soweit, ich sitze im matatu nach Nairobi. Koffer und backpacker sicher im kofferraum verstaut, musik in den ohren und die wunderschöne kenianische landschaft im fenster. Ob ich wohl meine letzten zebras noch sehen werde? Der typ neben mir versperrt mir nur ein wenig die sicht...

Die schönste Stadt Kenias & mein zweites Zuhause - Nakuru - liegt nun hinter mir! Die meiste Zeit meines Jahres habe ich dort verbracht und das mit voller Freude. Ich liebe diesen Ort einfach, die Menschen, die Atmosphäre, ... meinen kenianischen Alltag. All das werde ich so vermissen...

Wenn ich auf mein Jahr zurückblicke, dann bin ich einfach nur so unglaublich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.
Ein Jahr - auf sich allein gestellt in einem dir zuerst völlig fremden Land mit einer Sprache bei der du dir denkst : "nie im Leben werde ich sie lernen", mit Menschen in Kontakt zu sein die dir auf den ersten Blick so anders erscheinen, andere Ansichten haben, einen anderen Lebensstil bevorzugen und eine ganz andere Mentalität haben .... All das ist einfach so ANDERS als Zuhause!

Ich kann mich noch genau daran erinnern, Wie ich vor einem Jahr am Flughafen mit meinen Eltern saß... völlig fertig mit der Welt. Abschied, Erwartungen, Ängste und Vorfreude auf das kommende Jahr! Die erste Zeit in meiner Gastfamilie war sehr schwer. Ich habe sehr lange gebraucht, um mich richtig wohlzufühlen... ich habe mich nie mit meiner gastmama verstanden. Dafür aber umso mehr mit meinem gastvater und gastbruder! ..

Wenn ich mich heute mit damals vergleiche, dann kann ich nur staunen wie ich mich verändert habe. Ich sehe mich am Anfang meines Jahres Wie ein kleines Kind ... unsicher, ahnungslos und einfach nur mega verwirrt. :D jetzt ist das natürlich ganz anders und ich fühle mich hier richtig wohl.

Es gab so viele UPS And DOWNS in diesem Jahr. Ich habe so viel erlebt, geweint, gelacht... es gab Momente Wo man einfach der glücklichste Mensch auf erden ist oder so verzweifelt ist, dass man sich am liebsten irgendwo einbuddeln will um richtig losschreien zu können...
Aber ich bin froh, um jede Erfahrung die ich hier gemacht habe. Sie haben mich in jeder Weise gestärkt, ich habe so viel dazu gelernt und bin um einiges erwachsener geworden.
Kenia hat mich geprägt!

Ich bin nun aber bereit, um nach Hause zu gehen. Ich freue mich auf Deutschland und mein neues Leben, welches nun beginnen wird. Ausziehen, studieren und weiter lernen - Erwachsen werden!

Jedoch werde ich Kenia ganz schön vermissen. Dieses Flair, welches es nur in Afrika gibt...
Ich werde es vermissen ....
- Morgens aufzuwachen, auf dem weg im matatu zu sitzen mit lauter Reggae Musik und dem krassesten bass den es gibt, die schreie des conducteur "beba beba".
- die vertrauten Gesichter auf dem weg zur Arbeit, die deinen Namen rufen und dir jeden Morgen einen schönen Tag wünschen..
- die straßenverkäufer, die jeden morgen an dein matatu Fenster klopfen, um dir Würstchen, Kuchen, Socken oder schraubenzieher andrehen wollen (außer dem Kuchen habe ich nie was gekauft)
- jeden morgen von den wundervollsten Kindern der Welt begrüßt zu werden.. Umarmung, Handschlag oder einfach nur ein bezauberndes lächeln haben mir jeden Tag Gute Laune verschafft, auch wenn es mir mal nicht so gut ging. Die Kinder wussten genau Wie man sorgen und Kummer vergisst. Sie haben mir eine ganz andere Welt gezeigt. Eine Welt in der man einfach glücklich mit dem ist was man hat, Dinge mit Humor nimmt, darüber lacht, denn morgen ist wieder ein neuer Tag und Wir sind froh den erleben zu dürfen. Mit den Kids bin ich wieder zum Kind geworden. Mir wurde immer gesagt ich bin eine von ihnen, da ich am Ende des Tages genauso dreckig Wie die Kinder war... :)

Ich werde so bald ich kann wieder zurück kommen. Nach Kenia, meinem zweiten Zuhause!

Gestern, am Mittwoch, war mein letzter Tag in meinem Projekt. Es war ebenfalls "closing day" und die Kinder waren voller Vorfreude, dass es nun in die Ferien geht. Deshalb war es ein busy day. Die besten Kinder haben Geschenke bekommen. Ich wurde verabschiedet, ein kenianischer Freiwilliger ebenfalls, dann hat jeder eine kurze Rede gehalten und mehrfach wurde erwähnt, dass die Kinder auch in den Ferien weiter lernen sollen und sich nicht aufgrund Langeweile zurück auf die Straße begeben...
Ich musste mit so gut Wie jedem tanzen (sogar mit dem security guy), ich habe eine massai Kette bekommen, eine Kette mit delphin Anhänger und zwei armbänder sowie verschiedene Performances von den jeweiligen Klassen. Es war einfach ein Sehr schöner Tag und ich hatte noch nie so viel Spaß. Ich war einfach glücklich.
Der Abschied war deshalb nicht so schwer, ich musste nur kurz ein paar tränen verdrücken als ich zum letzten mal in meine klasse gegangen bin und ich in die traurigen kinderaugen geschaut habe. "Usiende" haben sie gesagt, ... "geh nicht" ... da es aber für die Kinder auch in die Ferien ging haben einige gar nicht verstanden, dass ich nun gehe. Viele erwarten mich nach den Ferien wieder dort...
Aber ich war nicht traurig zu gehen, denn ich weiß ich werde wieder kommen und bin einfach so glücklich momentan, dass es die perfekte Zeit ist nach Hause zu gehen.

Da ich nie richtig eng mit meiner Gastfamilie war, war dort der Abschied sehr einfach und kurz. Ich habe zum Abschied gestern Abend für uns alle gekocht. Dinkelnudeln mit einer curry vegetable soße und milchreis mit roter grütze zum Nachtisch. (Dr. Oetker sei dank!)

Jetzt Wo ich im matatu sitze und Nakuru hinter mir lasse und ich weiß dass es so bald nicht wieder zurück geht, bricht so langsam meine Stärke... die Leute denken bestimmt auch, warum die weiße heulend auf ihr Handy starrt. :D aber es sind freudentränen. Ich werde meine Zeit hier niemals vergessen. Ich habe so viel erlebt, dass kann mir keiner mehr nehmen.

Ich freue mich so unglaublich auf zu Hause. Auf meine Familie, Freunde und Deutschland....ich weiß, dass das wieder "zurück sein" und einleben schwer wird. Viele ehemalige Freiwillige sagen mir, dass das halbe Jahr zurück in Deutschland nochmal sehr einschneidend wird und einen verändert. All das was ich hier in Kenia gelernt habe, nehme ich mit nach Hause und werde es dann in mein neues Leben einbringen....

Es ist unfassbar Wie schnell ein Jahr vergehen kann und Wie viel man erleben kann....

Ich sitze immernoch im matatu Richtung Nairobi. Bis jetzt kein zebra in Sicht, schade...

Ich freue mich schon morgen Mittag wieder zurück im WELTMEISTER Land zu sein. ;)

I'm coming home... I'm coming home!

Asante sana, Kenya - Nakupenda!

Eure Fariha  

1 Kommentar:

  1. Ich kann dich voll verstehen, mir ist der Abschied schon nach den 3 Wochen schwer gefallen, so viele lächelnde Menschen siehst du in Deutschland nicht, aber ich bin da am Flughafen und lächle und sorge dafür, dass du da wieder hin kannst- versprochen- ich freue mich auf dich und muss dich wieder gehen lassen-zum Studium-nicht ganz so weit weg-Allhamdulillah.

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